Debattier WM Antalya Tag 7 – Greifswald, Stuttgart rocken für Deutschland  

München, Greifswald und Stuttgart schaffen es durch die Vorrunden. Stuttgart trifft auf seinem Weg ins Finale auf Chinesen, die zwar nicht zu Tibet recherchieren können aber ein Trainingslager gemacht haben. Die Deutschen, obwohl ohne Coach und Camp, rocken trotzdem. Außerdem die Antwort, warum Debattieren in China recht frei ist. Betrachtungen zum vorletzten Tag in Antalya.

Greifswald (englisch Griefswald wie grief, Leid, Kummer) als bestes Deutsches Team und München sind im ESL Break (English as second Language) Stuttgart schafft es ins EFL-Halbfinale. ESL ist für alle, die guten Zugang zu Englisch hatten, z.B. im Ausland waren oder Kurse auf Englisch haben. EFl English as foreign Language, für Leute, die z.B. nicht im Ausland waren oder Kurse auf Englisch hatten. Darüber gibt es aber viele Debatten, weil viele versuchen, EFL zu sein, weil der Break da einfacher ist.


Greifswald schafft es durch das ESL-Viertelfinale (DHW alle Behandlungen verbieten, die Homosexualität „heilen“) München scheitert hier knapp und guckt traurig, vielleicht wie ein wirklicher Griefswald; nie wieder wollen sie debattieren, zumindest nicht in den nächsten beiden Jahren. Aber der Schmerz legt sich.


Stuttgart im EFL Halbfinale, die Motion: DHW Religion zur Resozialisierung in Gefängnissen einsetzen.


Der Unterschied da vorne ist immens, auf der einen Seite Stuttgart, die ein, zweimal die Woche debattieren, auf der anderen Seite Chinesen aus Peking, die vor den Worlds ein Trainingscamp gemacht haben: Zwölf Teams waren da, jeden Tag haben sie fünf (In Großbuchstaben FÜNF) Debatten gemacht, das sind 35 Debatten in sieben Tagen. Ihr Coach gibt während der Debatten Zeichen. Wir feuern Stuttgart an, wenn sie ans Pult treten. Sie machen ihren Job gut und schaffen es ins EFL Finale.


Der Debattiercoach aus China erzählt noch ein paar Anekdoten, er sagt, dass er natürlich gefährliche Motions vermeidet (Tibet, Taiwan) Diese Themen könnten natürlich bei den Worlds drankommen (ein Tibetthema z.B. im ENL Achtelfinale) die Chinesen könnten dazu aber in China nicht recherchieren. Ach ja und warum Debattieren in China erlaubt ist – es ist auf Englisch. Und außerdem ein Wettbewerb.


Im Finale des EFL-Wettbewerb sitzen mit Stuttgart zwei Teams aus Zagreb in der Regierung und eines aus Moskau als schließende Opposition hinter Stuttgart.


Die Motion: This House believes that democratic states should own their own broadcasting corporations. Stuttgart in der Eröffnenden Opposition ist drin im Thema und bringt Beispiele aus Deutschland wo sie illustrieren, wie der Staat diesen Rundfunk beeinflußt (Fall Brender) und warum gerade in Zeiten der Konvergenz (Online-Medien, Zeitungen, Fernsehen verschmelzen) staatliche Medien den Markt zerstören würden.


Einer der schönsten Momente: Als Igor aus Stuttgart erklärt, er käme ja aus Russland und würde immer wieder gerne russische Nachrichten schauen. Er vergleiche so gerne die Nachrichten der staatsnahen Kanäle mit der Wirklichkeit. Neben ihm schmunzelt das Moskauer Team, das ebenfalls gegen Staatsfernsehen sein muss.

In der Regierung sitzen zwei Teams aus Zagreb, die im Prinzip sagen, dass ein Staatsfunk mehr Wettbewerb und mehr Meinung bringt. Natürlich sei das nicht meinungsneutral aber das seien private auch nicht, also gibt es einfach eine neue Meinung.


Die Russische zweite Opposition kann auch über sich schmunzeln, der erste Redner sagt: Ich komme aus einem Land mit Erfahrung über die Qualität eines Staatsfernsehens. Deren Hauptpunkt: Wenn jemand seine Meinung verbreiten möchte, dann ist es ok, wenn jemand das als privat macht, dann gibt es dafür Abnehmer und Zahler, aber bei Staatsfernsehen zahlen ja die Steuerzahler.


Das Ergebnis gibt es leider erst am letzten Tag beim Gala Dinner.


München hat seinen Schmerz mittlerweile überwunden. Und Geifswald nun Griefswald? Nee, das Ausscheiden tut nicht so weh. Alle hoffen für Stuttgart. Die Deutschen genießen die Party in Antalyas besten Nachtclub (teure Drinks) und gehen am letzten Tag schwimmen.

Von: Mathias Hamann

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